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Hinterfragt: DIE WELT im Interview mit Ernst Müller, Vorstandsvorsitzender der INFO AG (Auszüge) „DIE WELT: Herr Müller, Ihr Unternehmen betreut für seine Kunden deren Informationssysteme - das sogenannte Outsourcing - ebenso wie IT-Beratung. (...) Offensichtlich ein schwieriges Geschäft, denn im vergangenen Jahr sind alle Kennziffern der Info AG abgesackt . (...) Ernst Müller: (...) So wie wir uns seit unserer Gründung 1982 stets dem Wandel des Marktes angepasst haben, geschah dies auch 2004: Im Rah-men der Weiterentwicklung unserer Strategie in Richtung IT-Outsourcing hat uns gerade das letzte Jahr gezeigt, dass wir mit unserem Geschäfts-modell eine richtige und anerkannte Position im Markt haben. Unser Ergebnis war sogar besser als wir es geplant hatten. DIE WELT: Etwa durch Ihren neuen Kunden Tchibo, der Ihnen Ende 2004 seine EDV anvertraute und damit der großen IBM einen Korb gab? Müller: Das hatte noch keinen positiven Einfluss auf die Zahlen von 2004. Im Gegenteil - erst einmal sind dafür unsererseits Investitionen nötig, was auch in diesem Jahr Belastungen bedeutet. DIE WELT: Also wird es 2005 erneut einen Schrumpfkurs geben? Müller: Nein, in diesem Jahr und auch in den nächsten Jahren geht es darum, das Wachstum der Info AG weiter zu forcieren. (...) DIE WELT: Sind Ihre Anpassungen damit beendet? Müller: Nein. Wandel und Anpassung sind bei uns zwei der wichtigsten Konstanten. Wir starteten in den Achtzigern als Anbieter von Ausweich-Rechenzentren und waren 1989 der erste private deutsche Netzanbieter. Heute positionieren wir uns mit unseren Geschäftsbereichen Systeme, Sicherheit, Anwendungen und Netze als Anbieter von IT-Outsourcing-Dienstleistungen. Wichtig ist für uns, dass wir bei der Weiterentwicklung unseres Dienstleistungs-Portfolios auch unseren Kunden aus den bisherigen Geschäftsfeldern Rechnung tragen, denn wir sehen unsere Leistung als Gesamtpaket. Für die Zukunft können wir uns vorstellen, dass unsere Dienstleistungen schwerpunktmäßig in die Bereiche IT-Outsourcing und IT-Beratung aufgeteilt werden. DIE WELT: Was macht Sie so sicher, dass Sie damit richtig liegen? Müller: Die Marktforschung zeigt eindeutig, dass das Geschäft mit IT-Outsourcing auch weiterhin zweistellig wächst. Und zugleich ist klar, dass das Potential bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist. Vor allem große Unternehmen sind hier die Trendsetter. Eine aktuelle Studie der Meta Group belegt, dass alle von ihnen 2007/2008 wenigstens eine Funktion strategischer oder operativer Art ausgelagert haben werden. DIE WELT: Birgt so etwas nicht die Gefahr von Abhängigkeiten? Müller: (...) In der Automobilindustrie wird schon seit Jahrzehnten auf das Zuliefer-Prinzip gesetzt. Insofern ist in der IT das Thema Outsourcing eine aktuelle, moderne Form der Zusammenarbeit. DIE WELT: Kleinere Unternehmen scheuen sich doch eher, etwas nach außen zu vergeben. Müller: Richtig, aber genau das ist für uns ebenso ein riesiges Potential. Denn viele Mittelständler stoßen inzwischen an ihre Grenzen. Nehmen Sie zum Beispiel die vielen Wechsel bei der betriebswirtschaftlichen SAP-Software, also die sogenannten Release-Wechsel. Die können kleinere Firmen mit Bordmitteln langfristig kaum bewältigen. DIE WELT: Die Konkurrenz schläft nicht. Haben Sie langfristig eine Chance gegen die großen wie T-Systems oder IBM? Müller: Durchaus, das zeigt ja gerade der Fall Tchibo. Im übrigen sind die Beziehungen zu unseren Kunden auf Dauer angelegt. Man lagert seine EDV nicht einfach für zwei oder drei Jahre aus. Auf der anderen Seite wenden sich gerade mittlere Unternehmen an uns, weil sich bei dem Mit-telständler Info AG besser aufgehoben fühlen als bei einem Riesenladen. DIE WELT: Mit wem konkurrieren Sie dabei? Müller: Es gibt nur wenige Unternehmen wie AC-Service oder TDS, die vergleichbare Leistungen anbieten. Aber wir begegnen uns kaum. Die ar-beiten vor allem im Süden, wir sind eher im norddeutschen Raum aufgestellt. DIE WELT: Und das soll auch in der Zukunft so bleiben? Müller: Das muss nicht sein, aber wir bleiben regional stark verankert. Dafür spricht auch, dass wir gegenwärtig die Hamburger Unternehmens-zentrale und das Rechenzentrum im Grasweg erheblich erweitern. 3700 Quadratmeter Büro- und 4000 Quadratmeter Rechenzentrumsfläche stehen dort von 2006 an zur Verfügung. Insgesamt stecken wir 20 Millionen Euro in dieses Projekt. DIE WELT: Sie setzen also auch in den Folgejahren auf Wachstum? Müller: Auf jeden Fall. (...)"
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