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Dort waren die Backup-Systeme für die Mainframe-, UNIX- und Windows-Welt, eine Bänder-Bibliothek und zwei Plattensubsysteme sowie die Telekommunikationsleitungen mit ihrer Ausweichschaltung installiert. Daneben gab es vorbereitete Arbeitsplätze für den Wertpapier- und Devisenhandel, um bei Störungen am Gerhart-Hauptmann-Platz den wichtigen Handelsbetrieb weiterführen zu können. Ein Vertrag mit der INFO AG sicherte zusätzlich den Betrieb des Hauptsystems ab.
Back up-Rechenzentrum mit Zusatzeffekt
Die steigende Anzahl abzusichernder Systeme, besonders aus dem UNIX-Umfeld, und der Mehrbedarf an elektrischer Energie und Klimatisierung führte zu räumlichen und klimatischen Engpässen im Backup-Rechenzentrum. Zunächst wurde ein Umbau des Rechenzentrums im gleichen Gebäude erwogen. Nicht zuletzt unter dem Eindruck des 11. September 2001 entschied sich die Bank aber, einen neuen Standort für ein Rechenzentrum zu suchen, das dann nicht nur zum Backup, sondern auch als vollwertiger zweiter Produktionsstandort dienen sollte. Ausreichende Sicherheitsdistanz zum Produktions-RZ wurde ebenso berücksichtigt wie möglichst schnelle Wiederverfügbarkeit bei Total- oder Komponentenausfall im Hauptrechenzentrum mittels zentraler Plattenspiegelung, Parallel Sysplex und Cluster-Systemen. Die Lastverteilung sollte weiterhin über den Parallel Sysplex erfolgen.
Ausbaufähige Kapazitäten
In einer Vorstudie bewerteten wir verschiedene Alternativen. Im Ergebnis stellte sich die Verlagerung in eines unserer Rechenzentren als kostengünstigste Lösung. Auch die erforderlichen Erweiterungskapazitäten sind hier vorhanden. Wir hatten bereits einmal das Hauptrechenzentrum erfolgreich umgebaut - für die Bank ein weiterer Anlass, die INFO AG auch mit dem Umzug des Backup-Rechenzentrums zu betrauen. Unser Team kannte bereits das Rechenzentrum, dessen Regeln, Verfahren und Mitarbeiter. Ohne große Einarbeitungszeit begannen wir mit der Planung.
Vorarbeiten
Die Planungen begannen im Juni 2002. Das Team bestand aus Mitarbeitern der Bank mit dem Back up-Koordinator Ulrich Simon als Projektleiter und zwei Mitarbeitern der INFO AG. Zunächst planten wir die Aufstellung für den neuen Standort. In der Notkestraße waren größere Umbauten nötig, um die geforderten abgeschlossenen Bereiche und die notwendige Infrastruktur zu schaffen. Die Aufteilung in verschiedene Sicherheitsbereiche entspricht dem Produktions-Rechenzentrum. Vorab stellten wir folgende Schritte fertig: den Aufbau des Netzwerk-Zentrums, die Einbindung des zweiten RZ-Standortes in den Netzwerk-Backbone der HSH Nordbank, die Verkabelung zwischen den RZ-Räumen und dem Nothandelsraum und die Telekommunikationsverbindungen. Mit Inbetriebnahme der LWL-Verbindungen war ein Standort der INFO AG in das HSH-Nordbank-Netzwerk integriert. Die Bänder-Bibliothek wurde nun ebenfalls in den Produktionsbetrieb übernommen, um die Datenträger-Migration zum Umzugstag abzuschließen. Auf Nummer sicher
Das Projektziel war die Verlagerung aller Systeme und aller Telekommunikationsverbindungen in unser Rechenzentrum. Wir entschieden, statt der alten Bänder-Bibliothek an beiden RZ-Standorten eine neue Bibliothek der Firma StorageTek aufzubauen. Für ausreichende Bandbreite und Verbindungsanzahl banden wir beide Standorte über Lichtwellenleiter (LWL) und Multiplexer-Systeme an.
LWL-Provider ist Colt Telecom, für die Multiplexer-Systeme fiel die Wahl auf DWDM-Systeme von Inrange Technologies, die wir bereits in anderen Kundenprojekten erfolgreich eingesetzt haben. Diese Systeme werden den Anforderungen an Verfügbarkeit, Modularität und Skalierbarkeit besonders gut gerecht. Für weitgehende Ausfallsicherheit setzten wir zwei unterschiedliche Wegeführungen der LWL-Verbindungen voraus. Außerdem teilten wir die Verbindungen auf zwei getrennte Multiplexer-Systeme je Standort auf.
Reibungsloser Umzug
Die Voraussetzungen für den eigentlichen Umzug waren nun geschaffen. Die Telekom-Anbieter waren gehalten, durch Parallelinstallationen von Komponenten schon im Vorwege die Betriebsbereitschaft der Systeme zu gewährleisten. In Abstimmung mit der Systemtechnik der Bank, den Hardwaretechnikern, dem Projektteam und der Spedition entwickelten wir einen detaillierten Zeitplan. Insbesondere das Hitachi-Plattensubsystem, auf das sehr viele Server-Systeme zugreifen, sollte schnell betriebsbereit sein. Die gute Zusammenarbeit der HSH Nordbank AG, der INFO AG, der Telekommunikations-Anbieter, der Hardware-Hersteller und auch der Mitarbeiter der Spedition zeigte sich am ersten Dezemberwochenende 2003: Der Umzug verlief reibungslos. Am Freitagmorgen fingen wir an mit Systemen, die für den produktiven Betrieb nicht zwingend erforderlich waren und mit der Einrichtung des Nothandelsraums. Am Samstag war der größte Teil der Systeme an der Reihe. Am Sonntag nahmen wir das neue Backup-Rechenzentrum in Betrieb und testeten die korrekte Funktion. Am Montag liefen alle Systeme wie gefordert - jetzt am neuen Standort.
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